News und Positionen

Wichtiges rund um die Gynäkologie und Geburtshilfe –
Stellungnahmen, Publikationen, Positionen und
Medienmitteilungen.

Medienmitteilung – Leitlinienkommission für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (gynécologie suisse SGGG), die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) stärken ihre Kooperation, indem sie neu eine gemeinsame Leitlinienkommission einrichten. Die enge und nun institutionalisierte Zusammenarbeit soll Synergien freisetzen und der Qualität der Patientenversorgung zugutekommen. Es handelt sich um das erste derartige Projekt in der Medizin und könnte einen zukunftsweisenden Pioniercharakter für weitere medizinische Fachgesellschaften in der Schweiz haben.

Die Erstellung von evidenz-basierten Leitlinien für medizinische Behandlungen ist unabdingbare Voraussetzung für eine qualitativ hochstehende Patientenversorgung und damit Kernaufgabe der medizinischen Fachgesellschaften. Diese verfügen über das notwendige Expertenwissen und bieten den erforderlichen institutionellen Rahmen für die Erarbeitung dieser Konsensdokumente. Aufgrund der Dynamik der Forschung und der zunehmenden Subspezialisierungen in der Medizin wird diese Aufgabe immer wichtiger für die Patienten, allerdings auch immer komplexer. Leitlinien ermöglichen es verschiedenen Institutionen im Gesundheitswesen, Einblick in aktuelle fachliche Behandlungsstandards zu erhalten, und werden zudem oftmals in Rechtsfragen konsultiert. Die interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit gewinnt daher zunehmend an Bedeutung.
 
Mit der nun lancierten, vertieften und institutionalisierten Zusammenarbeit wird der bereits bestehende fachliche Austausch zwischen den Fachgesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe der drei Länder Schweiz, Österreich und Deutschland auf eine neue Basis gestellt: Neu  entsenden die österreichische und die schweizerische Gesellschaft Vertreter mit festem Sitz und Stimme in die Leitlinienkommission der DGGG, die fortan eine gemeinsame Kommission der drei Länder-Gesellschaften ist. Die gynäkologisch-geburtshilflichen Leitlinien werden somit fortan von der Leitlinienkommission für alle drei Länder erarbeitet und im Namen aller drei Gesellschaften publiziert. Länderspezifische Eigenheiten oder Abweichungen – etwa in Fragen von Krankenkassenerstattungen oder der Zulassung bestimmter Medikamente – werden im Umsetzungsteil der Leitlinien klar gekennzeichnet. Insbesondere wird für die Schweiz auch der Mehrsprachigkeit Rechnung getragen. Die deutsche Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF, die als gemeinsame Organisation von 171 deutschen Fachgesellschaften die Einhaltung von Standards bei der Leitlinienerstellung überwacht, unterstützt die Zusammenarbeit von DGGG, OEGGG und SGGG ausdrücklich. Mit der neuen Kooperation können qualitativ hochstehende, dem aktuellen medizinischen Wissensstand entsprechende Behandlungsempfehlungen bei wichtigen Themen in Gynäkologie und Geburtshilfe erarbeitet werden. Sie ermöglicht zudem einen umfassenden fachlichen und wissenschaftlichen Austausch. Prof. Dr. Surbek, Vertreter der Schweiz in der gemeinsamen Leitlinienkommission, ist überzeugt, dass «die neue breit abgestützte Konsensbasis der gemeinsamen Leitlinien deren Qualität und damit letztlich auch der Qualität der Versorgung der Patientinnen nachhaltig zugutekommen wird». Ein besonders wichtiger Aspekt aus Sicht der Patientinnen in der Schweiz ist gemäss Prof. Dr. Surbek auch die Tatsache, dass von den rund 30% aller berufstätigen Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz, welche ihre Ausbildung im Ausland gemacht haben, ein Grossteil aus den deutschsprachigen Ländern stammt, womit durch die neue fachliche Kooperation auch ein zusätzlicher positiver Effekt auf die Behandlungsqualität in der Schweiz entsteht.
 
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ist nicht nur eine der ältesten Fachgesellschaften – sie wurde 1885 in Straßburg gegründet – sie zählt zu den grossen medizinischen Fachgesellschaften in Europa und wird aktuell von Prof. Dr. Diethelm Wallwiener von der Universitätsfrauenklinik Tübingen präsidiert. Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ist Univ. Prof. Dr. Uwe Lang von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Graz. Die Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird aktuell von Dr. David Ehm präsidiert, der Belegarzt im Berner Salemspital ist und eine Praxis führt. Die Fachgesellschaft hat etwa 1'800 Mitglieder und wurde 1912 gegründet.
 
Für Medienanfragen und weitere Auskünfte stehen Ihnen zur Verfügung:

Links:

  • Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: www.sggg.ch
  • Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: www.oeggg.at
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: www.dggg.de 
.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print